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Fotografie

Produktfotos selber machen

Du möchtest Produktbilder selber machen? Kein Problem! Wir verraten dir, was du hierfür brauchst und wie du schon bald mit deinem Shooting starten kannst.

Produktfotos selber machen im Studio
9. August 2022

Nicht immer hat man die Möglichkeit, Produktfotos in Auftrag zu geben. Manchmal reicht das Budget einfach nicht aus oder es muss sehr kurzfristig sein. Wir verstehen das und haben deshalb hier eine kleine Anleitung für angehende Produktfotografen zusammengestellt. Erfahre in diesem Beitrag, wie du Produktfotos selber machen kannst und welche Ausrüstung du hierfür brauchst.

Die richtige Ausrüstung für Produktfotografie

Allen voran solltest du natürlich das richtige Equipment für dein Fotoshooting haben. Es ist nicht schlimm, falls du keine Fotoausrüstung besitzen solltest. Mit ein paar Euros und ein wenig Improvisation kannst du schon viel bewirken. Im Folgenden erklären wir dir, was du alles benötigst, um deine Produktfotos selber zu machen.

Werkzeuge

Bei einem Fotoshooting kann viel passieren. Deshalb solltest du auch auf alles vorbereitet sein. Stelle dir deshalb am besten eine kleine Werkzeugkiste mit nützlichen Tools zusammen. Hier eine kleine Liste:

  • Klebeband – um unterschiedliche Dinge festzumachen.
  • Papier und Stift – um dir Notizen zu machen oder Setups vorher zu visualisieren.
  • Klammern – um dein Equipment zu befestigen (z. B. Hintergründe oder Reflektoren).
  • Transparenter Faden – um kleinere Produkte oder Requisiten hochzuziehen oder schweben zu lassen.
  • Schere – um Bänder, Fäden oder Textillienreste abzuschneiden.
  • Klebepunkte – um kleinere Dinge auf Oberflächen zu befestigen.
  • Batterien und Ladegeräte – um auch alles immer am Laufen zu halten.
  • Mikrofasertücher – um deine Produkte sauberzumachen.
  • Sprühflasche mit Wasserum Objekte bei Bedarf zu befeuchten.

Kamera

Es gibt zweifelsohne nichts wichtigeres als eine gute Kamera für die Produktfotografie. Aber heutzutage muss es nicht unbedingt eine professionelle Fotokamera sein, um gute Produktfotos selber zu machen – auch Smartphones machen hervorragende Bilder. 

Wenn du bereits eine Kamera oder ein neueres Smartphone besitzt, solltest du auf folgende Punkte achten:

Auflösung

Für ausreichend Details sollten deine Bilder möglichst viele Pixel haben. Achte also darauf, dass deine Kamera Bilder mit mindestens 12 Megapixel macht.

Manueller Modus:

Deine Kamera sollte dir die Möglichkeit geben, alle Einstellungen für deine Blende, Verschlusszeit oder ISO eigenständig vorzunehmen.

Low-Light Fähigkeit

Viele Kameras haben Probleme beim Fotografieren in lichtarmen Situationen. Achte also besonders hier auf die Performance mit wenig Licht.

Gute Farben

Bei der Produktfotografie sind akkurate Farben besonders wichtig. Da nicht jede Kamera die Farben realitätsgetreu abbildet, solltest du deine Bildfarben immer mit dem fotografierten Produkt abgleichen.

Hintergrund

Ob du nun deine Produkte auf einem Tisch oder dem Boden ablichten willst: Für einen möglichst nahtlosen Hintergrund, solltest du am besten Papierhintergründe verwenden. Je nachdem wie groß dein Artikel ist, kannst du kleinere Papierhintergründe aus deiner Drogerie kaufen und diese einfach krümmen und mit Wäscheklammer oder Klebeband befestigen. Falls du dir diese Arbeit aber ersparen möchtest, kannst du auch zu mobilen Fertiglösungen greifen. 

Wenn du größere Produkte, wie Stühle oder Koffer fotografieren möchtest, brauchst du einen größeren Hintergrund. Im besten Fall sollte dein Hintergrund das komplette Foto abdecken und größer als dein Produkt sein. Größere Hintergründe kannst du als Rollen kaufen und diese dann entsprechend auf einer Halterung hängen.

Stativ

Für klare und verwacklungsfreie Produktbilder ist ein Stativ sehr zu empfehlen. Natürlich kannst du deine Fotos auch einfach aus der Hand abknipsen – jedoch geht das zumeist auf Kosten der Qualität. Es braucht nicht viel für ein geeignetes Stativ: Auf Amazon gibts es sehr günstige Stative für Kameras und Smartphones.

Falls du aber kein Stativ kaufen möchtest, kannst du deine Kamera oder Smartphone auch auf eine stabile Oberfläche platzieren. Hierbei ist natürlich wichtig, dass nichts wackelt und alles fixiert ist.

Beleuchtung

Unter dem Strich gibt es zwei Möglichkeiten, um deine Bilder auszuleuchten: natürliches Licht oder künstliches Licht. Je nachdem was deine Location hergibt und welchen Look du haben möchtest, solltest du hier die richtige Entscheidung treffen. 

Falls du auf dein Budget achten musst, kannst du mit natürlichem Licht viel Geld sparen. Wenn dir also ein größeres Fenster zur Verfügung steht und du dein Setup in unmittelbarer Nähe aufbauen kannst, ist natürliches Licht eine gute Option. Der größte Nachteil hierbei ist jedoch, dass deine Lichtquelle abhängig vom aktuellen Wetter und der Tageszeit ist. Außerdem solltest du beachten, dass natürliches Licht nicht konstant ist – das bedeutet, dass jedes deiner Bilder unterschiedlich stark ausgeleuchtet sein kann.

Wenn dein Budget es zulässt und du mehr Flexibilität bei deinen Shootings brauchst, solltest du künstliches Licht verwenden. Besonders geeignet sind Fotolichter für permanente Studios, die perfekte Ergebnisse unabhängig vom Tageslicht erzeugen sollen. Zwar ist es zunächst etwas schwierig, die richtige Kombination aus Licht und Kameraeinstellungen zu finden. Wenn man sie dann aber gefunden hat, können Produktfotos wie am Fließband gemacht werden. Bei einem kleinen Budget kannst du bereits mit einfachen Klemmlichtern und Glühbirnen ein gutes Licht erzeugen. Zu empfehlen sind auch einfache Studio-Sets für ein ausgewogenes und weicheres Licht. Wenn du mehr Lichtstärke und Einstellungsmöglichkeiten brauchst, kannst du auch professionelle Studiobeleuchtung nutzen.

Produktfotos selber machenDas Shooting

Du hast die nötige Ausrüstung und möchtest endlich loslegen? Damit alles reibungslos abläuft, solltest du mit Ruhe und Ordnung an das Shooting rangehen. Alles sollte vor und während des Fotografierens seinen Platz haben. Behalte den Überblick und mache dir vorher einen Plan über den Ablauf. Erstelle eine Checkliste von benötigten Bildern und hake diese dann nacheinander ab.

Produkte vorbereiten

Der Star deines Shootings ist dein Produkt. Deshalb solltest du deine Produkte auch immer auf Hochglanz bringen. Verwende Mikrofasertücher, um Staub und Schmutz zu entfernen. Mache dich ans Bügeln und Mangeln, falls du es mit Kleidung zu tun hast. Verwahre deine Produkte geschützt und sicher, bevor du sie in deinem eigentlichen Set platzierst. Kontrolliere auch zwischen den Fotos, ob sich Staub oder Schmutz auf den Oberflächen befindet.

Beleuchtung aufstellen

Natürliches Licht: Lass dein natürliches Licht je nach Bedürfnis frontal oder seitlich auf dein Produkt einfallen. Verwende Reflektoren, um das einfallende Licht gleichmäßig auf dein Produkt zu verteilen und Schattierungen abzumildern. Falls das Licht zu grell ist und zu starke Schatten wirft, kannst du es mit Softboxen oder Diffusoren weicher machen. Platziere hierzu einfach deinen Diffusor (alternativ kannst du auch Gardinen, Decken oder Backpapier verwenden) zwischen der Lichtquelle und dem Produkt.

Künstliches Licht: Je nachdem, welchen Look du erzielen möchtest, solltest du deine Lichter auch gezielt platzieren. Für eine standardmäßig ausgewogene Ausleuchtung kannst du von linker und rechter Seite jeweils ein Licht auf das Produkt richten. Achte hierbei darauf, dass das Licht nicht von zu weit oben einfällt oder zu frontal gesetzt ist. Bei Bedarf kann außerdem noch ein weiteres Licht genau über dem Produkt platziert werden. Verwende zusätzliche Diffusoren oder Softboxen, um das Licht zu streuen und weicher zu machen. Achte zudem darauf, dass alle verwendeten Lichter die selber Farbtemperatur haben – sonst hast du keine gleichmäßigen Farbtöne auf deinen Produktfotos.

Machen zur Probe ein paar Fotos und spiele mit dem Lichtwinkel und der Lichtstärke. Wie beim natürlichen Licht, kannst du auch hier Reflektoren nutzen, um die Ausleuchtung zu beeinflussen.

Kamera in Stellung bringen

Platziere deine Kamera oder dein Smartphone und richte sie auf dein Produkt. Achte auf eine möglichst stabile Lage. Du kannst deine Kamera auf eine beliebige Oberfläche platzieren – ein Tisch oder Bücherstapel sollte ausreichen. Wir empfehlen jedoch unbedingt die Nutzung eines Stativs. Ein Stativ macht dir zweifelsohne das Fotografieren einfacher und gibt dir mehr Flexibilität und Sicherheit für deine Aufnahmen.

Kamera Einstellungen vornehmen

Du solltest grundsätzlich immer die höchste Auflösung und Qualität für deine Fotos auswählen. Im Nachhinein hast du immer die Option, deine Bilder kleiner zu machen oder die Qualität zu verringern – andersherum ist das leider nicht möglich. Deshalb solltest du in deinen Kameraeinstellungen die größte Auflösung für deine Fotos auswählen. Für die Bildqualität werden meistens die Optionen S (Superfine), F (Fine) und N (Normal) angeboten – wähle hier die Option S

Bei Smartphone werden diese Einstellungen nicht immer angeboten. Überprüfe also deine Smartphone-Einstellungen.

Für jedes Bild können ISO, Blende und Verschlusszeit eingestellt werden. Hier sind unsere Empfehlungen:

  • Dein ISO sollte so gering wie möglich sein und darf maximal 800 betragen. 
  • Deine Blende sollte minimal f/5 sein und je nach Objektiv maximal f/16 sein.   
  • Wenn du ein Stativ verwendest und sich dein Produkt nicht bewegt, kannst du deine Verschlusszeit beliebig wählen. Andernfalls sollte die Verschlusszeit minimal bei 1/125 liegen.

Produktbilder aufnehmen

Manchmal können Shootings sich über mehrere Stunden erstrecken. Hab also immer Getränke und Snacks zur Hand und lege bei Bedarf kurze Pausen ein. Fange mit ersten Testfotos an und passe deine Lichter und Einstellungen an. Probiere verschiedene Kamerawinkel oder Hintergründe aus. Wenn du zufrieden bist, kannst du mit deinem Shooting richtig anfangen.

Stelle immer sicher, dass das Produkt deutlich zu erkennen ist und möglichst viel Platz in deinem Motiv einnimmt. Bewege dein Stativ nach vorne oder hinten, falls du dein Produkt größer haben möchtest. Du kannst auch die Zoom-Funktion deines Objektives nutzen, falls du ein Zoom-Objektiv nutzen solltest. Verwende niemals den digitalen Zoom in deiner Kamera. Der digitale Zoom vergrößert das Bild nur künstlich und vermindert so die Qualität deiner Bilder.

Achte darauf, dass dein Produkt wirklich scharf ist. Setze den Fokus mittig auf die Vorderseite. Wenn dein Produkt länglicher ist und eine gewisse Tiefe nach hinten hat, solltest du eine höhere Blende in deinen Kameraeinstellungen verwenden. Um so höher die Blende, desto größer ist die Tiefenschärfe. So stellst du sicher, dass dein Produkt mit allen seinen Ebenen und in seiner ganzen Tiefe scharf abgebildet wird.

Wenn dein Bild zu dunkel ist, kannst du jederzeit die Verschlusszeit verlangsamen oder den ISO-Wert erhöhen (maximal 800). Natürlich kannst du auch die Blende weiter öffnen, um mehr Licht in deiner Kamera zu lassen – aber sei vorsichtig: Dies geht auf Kosten deiner Tiefenschärfe.

Es empfiehlt sich generell möglichst viele Produktbilder auf den Onlineshops hochzuladen. So können sich Kunden einen besseren Eindruck vom Produkt verschaffen und treffen häufiger eine positive Kaufentscheidung. Lichte deshalb deine Produkte von verschiedenen Seiten ab. Versuche die Merkmale und Funktionen vom Produkt hervorzuheben, indem du es in unterschiedlichen Zuständen präsentierst (offen/geschlossen, an/aus, voll/leer). Versuche außerdem auf kleine Details zu zoomen (Knöpfe, Displays, Oberflächen) und verschiedene Detailaufnahmen zu machen.

Fazit

Produktfotos selber machen ist weder ein Zuckerschlecken noch eine Herkulesaufgabe. Wenn du das richtige Equipment hast und organisiert an dein Shooting rangehst, sollten dir auch tolle Produktbilder gelingen. 

Hoffentlich konnten wir dir ein paar nützliche Tipps mit auf den Weg geben und dir einen groben Überblick verschaffen. Jetzt liegt es an dir, deine ersten Produktbilder selber zu erstellen. 

Falls du dich doch noch dafür entscheiden solltest, deine Produktbilder in Auftrag zu geben, kannst du gerne unsere Info-Seite besuchen